Ausrüstung

Hier entsteht, nach und nach, eine spielerische Seite über unsere Waffen, unsere Ausrüstung und das andere "Gerödel", das wir noch so mit uns herumschleppen.

Allgemeines

Die Waffen der Landsknechte und Reisläufer waren meist sogenannte Hieb- und Stich-Waffen, also keine Schnitt-, Wurf- usw... -Waffen.

Kampfart:
Landsknechte kämpften in Haufen von mehreren hundert Mann dem "Gewalt(igen)haufen" mit ihrer Hauptwaffe dem langen Spieß gegeneinander. Zum Schlagen von Breschen in den gegnerischen "Haufen" wurden Bidenhänder (Zweihandschwerter), Helebarden, Arkebusen und Handrohre (Gewehre) und Kanonen benutzt. Reiterei wurde kaum noch eingesetzt, da sie gegen die Spieße und Helebarden nur noch eine sehr geringe Rolle spielte.

Material:
Gefertigt waren die Waffen meist aus Metall und Holz oder nur aus Metall. Interessant ist dabei, dass diese Waffen entgegen der langläufigen Meinung sehr leicht waren, da ein Landsknecht bis zu 5 Stunden mit seiner Waffe kämpfen können musste. Bei einem höheren Gewicht hätten ihm wahrscheinlich schnell die  Kräfte versagt. Es wird genau aus diesem Grunde auch in der Szene versucht die modernen Waffen an das Originalgewicht anzulehnen, jedoch werden dadurch die Waffen auch instabiler, wodurch sie bei falsch angewandter Kampftechnik leicht brechen.

 

Katzbalger

Waffen

Der Katzbalger ist die Hauptnahkampfwaffe des Landsknechtes.

Katzbalger


Allgemeines:

Ein Katzbalger ist ein ca. 55-65 cm langes Schwert, und zeichnet sich durch eine breite Klinge und eine kunstvoll gebogene Parierstange aus. Durch diese Parierstange ist die Kampfhand besser geschützt. Der Griff ist sehr kurz, wodurch diese Waffe eigentlich sehr kopflastig ist, doch durch einen großen Knauf als Gegengewicht wird es sauber ausgewogen.
Gezogen wurde der Katzbalger sobald der Gegner den eigenen Spieß beiseite gedrückt hatte.

Da die deutschen Landsknechte in sehr engen Formationen standen, durfte der Katzbalger nicht zu lang sein, damit mit ihm auch bei wenig vorhandenem Platz gekämpft werden konnte. Er wurde meist quer auf dem Bauch oder Rücken getragen. (Man vermutet, dass der Ursprung des Katzbalgers in abgebrochenen Schwertern zu suchen ist.)


Interessantes:

Um den Namen "Katzbalger" ranken sich viele Geschichten. Die plausibelsten behaupten zum einen, dass die Schwertscheiden damals mit Katzenfell umwickelt waren, und zum Anderen, dass der Name daher rührt, dass der Kampfstil mit dem Katzbalger dem einer Katze gleicht: "Sie balgen sich wie die Katzen." (Sie kämpften ohne Ausbildung in einer Fechtschule).

Welche dieser Geschichten nun der Wirklichkeit entspricht ist nur schwer zu belegen.


 

Bidenhänder

Waffen

Der Bidenhänder ist die Hauptkampfwaffe des Doppelsöldners.

Bidenhänder


Allgemeines:

Der Bidenhänder ist eine typische Landsknechtwaffe, die speziell gegen die Spieße der Gewalthaufen benutzt wurde. Schon im 14. Jhd. sind Bidenhänder bekannt, jedoch ohne zusätzliche Parierhaken oder -stangen, die erst im 16. Jhd. erscheinen. Ein durchschnittlicher Bidenhänder wiegt zwischen 2,8 und 5 kg und ist zwischen 1,50 und 1,80 m lang. Die oft mit Leder umwickelte Fehlschärfe ermöglicht einen günstigen Hebel um im Nahkampf zu agieren.

Die Parierhaken vor der Fehlschärfe bilden eine zweite Parierstange und schützen so die Hand an der Fehlschärfe. Gegen Spieße und andere Stangenwaffen fasst man den Bidenhänder komplett am Griff. Zudem ermöglichen die Parierhaken spezielle Manöver, mit denen ein geübter Fechter oder Doppelsöldner einen Spießwall durchdringen kann.

Interessantes:

Bei den Landsknechten wurden Bidenhänderkämpfer, die ein Zeugnis eines Meisters vom langen Schwert vorweisen konnten, mit doppeltem Sold als Trabanten (Leibwächter) für hohe Persönlichkeiten oder die Fahne geworben.