Im Jahre 2016

Gaudium zur Purg 2016



Vom 02.-04. September 2016 war Communitas Gladii zum Mittelalterfest „Gaudium zur Purg“ geladen. Ein authentisches und sehr atmosphärisches Mittelalterfest im Schlosspark zu Purgstall a.d. Erlauf unweit Melk in Österreich.



„Zum Zwecke des Vergnügens gibt es das Gaudium zur Purg …“ und das können wir nur bestätigen. Im idyllischen Schlosspark zu Purgstall gelegen, überzeugt das Mittelalterfest durch seinen Charme und seine Authentizität. Unter handverlesenen Marktfahrern, Musikern, Gauklern, Kämpfern, Handwerkern und Lagergruppen haben wir nun unsere feste Adresse. Und zwar im wahrsten Sinne des Wortes, unseren Lagerplatz „Unter den Linden“.

Gaudium hin, Gaudium her, mit vier Auftritten aus unserem Showkampfprogramm hatten wir alle Hände voll zu tun. Und auch das legendäre Bruchenballturnier zu Purg hat unserer kämpfenden Truppe alles abverlangt.

Bruchenball …? Nun, … für den Ritter eine Selbstverständlichkeit, dass ihn seine Knappen unter Einsatz ihres Lebens im Falle einer Verletzung vom Schlachtfeld bergen, sieht er es ganz und gar nicht ein, im Rahmen einer Übung durch die Gegend getragen zu werden. Also nimmt man dafür einen großen, schweren (wirklich schweren) Sack, den Ball, der vor dem Gegner in Sicherheit gebracht werden muss. Und damit die Knappen keine versteckten Waffen bei sich tragen, sind diese ausschließlich mit ihren Bruchen (mittelalterl. Unterhose) bekleidet.

Nachdem wir in der ersten Runde den absoluten Favoriten, die Knappen von Dreynschlag aus Wien erfolgreich ausschalten konnten, sind wir der Bitte den anderen Gegnern einen Vorsprung zu gewähren gerne nachgekommen. Und dies selbst nach verletzungsbedingten Ausfällen in den eigenen Reihen. Der Spannung halber eben. Wenn wir denn so den Sieg letztendlich nicht erringen konnten, so doch die Ehre und einen spannenden Wettkampf.

Und alles in allem doch … ein Gaudium!


Burgfest Burghausen 2016
Am Donnerstag den 07.Juli hieß es wieder: „Packt euer Glump zam, ab morgen is Burgfest!“

Und tatsächlich da war es auch schon!


Von 08.- 10.Juli war die Burg wieder von einem Spiel aus Licht und Farben erfüllt. Die bunten Gewänder der Darsteller, die unzähligen Lagerfeuer und Laternen, Konzerte, Fanfarenzüge, Fahnenschwinger und Shows der Schwertkämpfer ließen jedermanns Sinne hochleben. Die wohltuenden Gerüche von dutzenden Versorgungsständen sorgten sogar bei den härtesten für wässrige Münder. Um es kurz zu sagen, eine Reizüberflutung war vorprogrammiert!!

Sogar das zuvor so wechselhafte Wetter zeigte sich von seiner besten Seite. Unter einem strahlend blauen Himmel und sommerlichen Temperaturen ließ es sich Groß und Klein gut gehen.

Mittendrin, die Schwertkämpfer und Marketenderinnen von Communitas Gladii. Dieses Jahr durften wir die Besucher des Burgfestes mit den beiden neuen Shows „Die Waschweiber“ und „Der falsche Pfaff“ begeistern. Auch das Stück „Das Freudenhaus“ konnten wir wieder zum Besten geben. Das Publikum war atemberaubend! So wurden wir bei unseren Kämpfen angefeuert und konnten auch viele erstaunte Rufe und Lacher ernten. Bei einem Kampf, Mann gegen Frau, wurden sogar „Buh“-Rufe laut als der Mann die vermeintliche Überhand errang. Gekämpft wurde in alter Communitas Gladii Manier mit allem was her ging. Wenn mal kein Schwert zur Hand ist, und die Fäuste nicht aussagekräftig genug sind, greift man sich einfach einen Krug, Kochlöffel oder sogar Staubwedel. Sogar Pfannen oder Butterfässer sind vor diesem zweckentfremdenden Einsatz nicht gefeit.

Freitagabend fand bei Fackelschein in der Hauptburg ein Spießgericht statt. Ein Mitstreiter der Landsknechte machte sich der Befehlsverweigerung und Verleumdung schuldig und wurde vom Schuldheiß angeklagt. So weigerte er sich strickt weiter gegen die aufständigen Bauern ins Feld zu ziehen. Eine Ungeheuerlichkeit der nur durch den Gang durch die Spieße genüge getan werden kann. Um einen Freispruch zu erringen, muss der Angeklagte durch eine Gasse von seinen mit Spießen bewaffneten Mitstreiter schreiten. Wenn er dies lebend geschafft hätte, wäre dass einem Freispruch gleich gekommen. Wie das Gericht ausging könnt Ihr euch wohl denken…

Doch wie auch das historische Burgfest zu Burghausen aufzeigen soll, ist vieles vergänglich und nichts wert ewig. Und so konnte sich der angeklagte Landsknecht nach wenigen Augenblicken im Dreck erheben und seine wundersame Wiederauferstehung mit seinen Mitstreitern bei reichlich Bier und Wein feiern!


Workshops mit Bob MacDougall

Freund, Lehrer und Familie - Robert „ Bob“ Macdougall war wieder da!





Robert Macdougall oder einfach nur Bob, wie er sich selber nennt, hat schon als Schauspieler, Stuntman, Stuntkoordinator und Martial Arts Instructor gearbeitet. Pencak Silat und Wing Chun beherrscht er genauso meisterhaft wie Tai Chi Chuan und die Feldenkrais-Methode. Als Kampf-Direktor wurde er ausgezeichnet und als Professor Unterichtete er lange Zeit am bekannten Cornish College oft he Arts in Seattle. Wenn er selber wohl nicht zu den ganz großen in Hollywood gehört, ist sein Name doch in Film, Schauspiel, und Kampfsport auf allen 5 Kontinenten bekannt. Durch sein vielseitiges Repertoire kennt er sich sowohl vor wie auch hinter dem Vorhang bzw. der Leinwand bestens aus.

Es hat geklappt: Zu unserem zwanzigjährigen Gruppen-Bestehen ermöglichte es uns die Herzogstadt Burghausen e.V. Bob wieder zu uns nach Burghausen zu holen!

Nachdem er bereits eine Woche Kurs in Halle gehalten hat, kam er am Montag, 20.06.2016 Abend mit dem Zug in Burghausen an. Nach traditionellem Empfang in Lederhose und Dirndl und einer Stärkung durch ein Halbe gutes Bayerisches Bier ging es weiter zu seiner Unterkunft bei Fred und Steffi. Da der Bergerhof aus Brandschutzgründen nicht mehr für Übernachtungen zur Verfügung steht erklärten sich die zwei mit Freuden bereit Bob für die Zeit aufzunehmen. So feierten wir gleich am ersten Abend in kleiner Runde neben Bobs Ankunft auch gleich noch Fredis Geburtstag rein.

Ab Dienstag ging es dann endlich los. 3 mal pro Woche übten wir allgemeine Techniken im waffenlosen Kampf, Action- Reaction, wie durch Veränderungen im Rhythmus die Kämpfe für die Zuschauer noch interessanter werden können, Dolch und Messerkampf, Langschwert und Bidenhänder, Lang- und Kurzstock, und noch vieles mehr.

Die Wochenenden standen ganz im Zeichen unserer Stücke für das diesjährige Burgfest. Bereits in den frühen Morgenstunden kamen die ersten Begeisterten und arbeiteten in zum Teil mühsamster Kleinarbeit an ihren Choreographien. Hier offenbarte sich eines der besonderen Talente unseres Gastes: Bob verlangt von keinem etwas unmögliches, sondern holt jeden von seinem aktuellen Stand ab und fordert ihn dann, abhängig der individuellen Fähigkeiten noch einen Tick mehr zu geben. So machte er jeden Kampf ein ganzes Stück besser. Bis zu den Nachmittagen versammelte sich dann die ganze Gruppe um unsere drei Stücke für dieses Jahr zu proben. Lief „Das Freudenhaus“ von Anfang an wieder gleich sehr gut waren unsere neuen Stücke „Der falsche Pfaff“ und „Die Waschweiber“ doch noch etwas durcheinander und ungeordnet. Unter der ständigen, kritischen Beobachtung von Bob und sehr viel Arbeitseifer gelang uns aber von Probe zu Probe die Stücke zu steigern, sodass wir am Burgfest alle drei Stücke auf gleicher Augenhöhe präsentieren konnten.

Bob kennt die Gruppe fast seit unserem bestehen. Und wohl kein anderer hat unseren Stil so geprägt wie er. Liegt sein erster Kurs mit uns nun doch schon 14 Jahre zurück. Gerne erzählt er mit einem Schmunzeln wie er uns damals im vorbeigehen das erste Mal gesehen hat. Wir waren damals noch mehr eine Gruppe Kampfsportler denen man bunte Kleidung angezogen und ein Schwert in die Hand gegeben hat. „Eins, zwei, hast a Kraft“ lautete damals noch die Devise. Nach dem ersten Kontakt erklärten wir ihm, dass wir gerne mehr können würden als uns nur für uns auf der Bühne etwas rum zu prügeln. Wir wollten lernen wie wir den Zuschauern etwas bieten können. – Und so fand 2002 das erste kurze Seminar mit Bob statt. Hier erlebten wir zum ersten Mal, dass unsere Showkampfschwerter nicht einfach nur Eisensangen sind mit denen man herumschlagen kann, sondern tatsächliche Schaukampfwaffen sind, die richtig benutz werden wollen. Das fachgerechte Handling erhöhte nicht nur die Lebensdauer unserer Schwerter enorm und senkte dabei das Verletzungsrisiko – Nein endlich taten wir mehr als nur mit Schwertern in der Hand zu raufen – Wir wurden nur wirklich eine Schwert- und Schaukampfgruppe.

Heute, 14 Jahre und mehrere Workshops später gehören wir zu den ganz großen unter den Amateurgruppen. Bob lobt sogar, dass einige von uns ohne Probleme zu den Profis wechseln könnten und dabei mit den populären Darstellungen bei gewissen großen Mittelalter-/ Fantasy-Serienproduktionen mithalten können.

Bob liegt uns nicht nur wegen seiner unglaublichen Fähigkeiten und Fertigkeiten im Theater- und Schaukampf sehr am Herzen, auch menschlich stimmt es einfach. So sind über die vielen Jahre mehre Freundschaften gewachsen. Regelmäßiger E-Mail verkehr und Telefonate sowie Facebook und Co. ermöglichen es trotz der großen Distanz in Kontakt zu bleiben. Viele von uns konnten es schon gar nicht mehr erwarten Bob tagsüber zu mehren Ausflügen zu entführen und Zeit mit einem guten Freund zu verbringen. Auch unserem Amerikanischen Gast gefällt es hier sehr gut und er kommt, wann immer er hier Arbeit bekommt. Seine Heimat vermisst er dabei nicht. Er fühlt sich hier nicht wie ein Tourist, sondern wie zu Hause.

Am Montag nach dem Burgfest ging es dann leider zum Flughafen und dann zurück in die USA. Mit seiner Abreise verlässt uns mal wieder nicht nur ein ausgezeichneter Lehrer und ein guter Freund sondern auch ein Teil unserer „Communitas“ Familie. Wir können uns nur wieder für unglaubliche lehrreiche und schöne Wochen bedanken und hoffen, dass dieser Besuch von Bob Macdougall noch lange nicht der Letzte war!

See you soon Bob san.


Maiwiesn 2016
In der Woche um Christi Himmelfahrt ist in Burghausen Mai-Wies'n-Zeit. Und auch die nun schon 48. Mai-Wies'n wurde am 29.April mit einem Festzug aus Trachtlern, Schützen, Bierfahrern, Musikkapellen, Spielmannszügen und natürlich der Herzogstadt Burghausen eingeläutet.
Und wenn die Herzogstadt dabei ist, ist Communitas Gladii nicht fern.


Ab 17:00 Uhr wurde bei der Zugaufstellung am Lindacher Hof wieder reichlich Freibier von den Zeltbetreibern ausgeschenkt, um uns das Warten bei bestem Frühlingswetter möglichst kurzweilig zu gestalten. Um 18:00 Uhr startete dann der Festzug die Robert-Koch-Straße entlang zur Marktlerstraße, dieser folgend ums Bürgerhaus herum und beim Haupteingang auf die Wies'n.

Der erste Bürgermeister Hans Steindl durfte zur Eröffnung das erste Fass anzapfen, doch dieses Jahr war er etwas übermotiviert und schlug so kräftig zu, dass der Zapfhahn einen Abflug machte und einige Umstehenden eine Bierdusche bekamen. Eine innere Anwendung mit Bier ist uns allerdings lieber, und so ließen wir den Abend bei ein paar gemütlichen Maßen ausklingen.


Das Highlight der diesjährigen Mai-Wies'n war allerdings das Weißbierkarussell. Dabei setzt man sich nicht, wie manche denken mögen, in überdimensionierte Weißbiergläser und lässt sich herumschleudern, nein es ist viel besser! Es handelt sich dabei um eine, auf eine sich gemütlich drehende Plattform montierte Bar, die optisch einem alten Kinderkarussell ähnelt. Und zum trinken gibt es dort: Richtig! Weißbier!


Frühjahrsdrill 2016
XXIV. Drill Wochenende.
Den ganzen Winter haben wir gehofft und gewartet, dass die Saison endlich wieder losgeht!! Nun endlich war es soweit. Mit dem XXIV. Drill Wochenende des BOL startete das Jahr 2016 für Communitas.


Also von vorne: der Frühjahrs Drill 2016 fand heuer zum ersten Mal am Prielhof des Klosters Scheyern statt. Das Gelände hier ist aufgrund der tollen Landschaft und der Nutzungsmöglichkeiten des alten Gutshofes hervorragend für einen Drill geeignet. Obendrein stellte der Prielhof ein wunderbares neues Gelände für kleine und große Scharmützel um und innerhalb seiner ehrwürdigen Mauern dar. Auf besonderen Wunsch des dort ansässigen Abtes wurden dann sogar im Kloster Scheyern selbst, noch gekämpft und geschossen bis die Scheiben wackelten.

Apropos „Neu“: Der diesmalige Drill war auch die Prämiere für 3 neue Hauptmänner und einen neuen Profoss der unseren guten Vatl als Nachfolger beerbt. Ebenfalls wurde das ab sofort größte Geschütz innerhalb der BOL-Artillerie eingeweiht und auf den neuen Namen „Isegrim“ getauft.

Was dieses Mal jedoch eindeutig noch fehlte war eine Abordnung der BOL-Marine. Die großen Weiher rund um das Kloster hätten eine wunderbare Bühne für eine kleine Seeschlacht um die Inseln in der Mitte geboten. Der Eine oder Andere hat sich auch schon fieberhaft überlegt, wo man noch auf die Schnelle ein Boot besorgen könnte Die Herzogstadt Burghausen war mit Communitas Gladii und einigen weiteren ihrer vielseitigen Gruppen wieder einmal stark besetzt und stellten vom Fähnrich, Trabanten, Kanonieren, Armbrustschützen und der Kavallerie beinahe jede Waffengattung dar.

Trotz des nassen Wetters war der Drill ein toller Einstieg in die Saison 2016!! Communitas freut sich auf mehr!!!